OL - immer abenteuerlich und AUFREGEND
Mein Leitsatz für den Sprint war 'lieber etwas langsamer, aber dafür jegliche Fehler vermeiden'. Zum ersten Posten kein Problem, aber etwas zuuu langsam.
Zum 2. P. ging's quer über das einzige Feld auf der Karte, als ich plötzlich einen Hund an den Beinen hatte. Zuerst habe ich ihn ignoriert, dann weggejagt und dann noch mal lautstark angeschrien, er solle sich aus dem Staub machen, was mir schon missbilligende Blicke und Kopfschütteln einiger anderer Läufer einbrachte. Ob das nun gegen mich (als Hundefeind) oder gegen den Hund (als Läuferstörer) gerichtet war, bleibt dahingestellt.
Als ich nach dem 2. Posten noch mal an dem Feld vorbeikam, kam auch der Hund wieder auf mich zu. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie das ist, wenn man innerlich kocht

. Diesmal war sein Herrchen sogar in der Nähe. So habe ich dem Mann dann auch lautstark zugerufen, was ich von Herrchen freilaufender Hunde halte! Das mußte einfach raus, ich glaube, ich wäre sonst geplatzt.
Ich hatte gehofft, mich mit diesem Gefühlsausbruch etwas abreagieren zu können, aber dem war leider nicht so. In der Folge habe ich so haarsträubende Fehler gemacht, dass ich innerhalb kurzer Zeit Konkurrentinnen vorbeiziehen sah, die 4, 5, 6 Minuten nach mir gestartet waren. Das hat mir dann total den Rest gegeben! Plöztlich wurde der Lauf für mich zu einem Kampf mit mir selbst. Jegliche Motivation war futsch und auf die Frage, weshalb ich mich eigentlich noch abmurksen sollte, fand ich keine Antwort. Die Strecke kam mir plötzlich unendlich lang vor. So habe ich zwischen dem 5. und 6. Posten kurzerhand auf langsames Auslaufen umgeschaltet.
Eine total untypische Haltung für mich und auch unter keinen Umständen weiter zu empfehlen. Wenn ich zurückdenke, dann ist das mir in all den Jahren erst zweimal passiert, denn normalerweise kämpfe ich auch nach dem größten Fehler (und die passieren mir noch oft genug) noch um jede Sekunde.